Review Doppelpack

Hmm, irgendwie lagen diese beiden Kurzreviews zu Renaissance und The Science of Sleep schon seit geraumer Zeit auf meinem Laptop umher, bewusst geworden bin ich mir dessen allerdings erst jetzt. Besser spät als nie…

Renaissance (2006)

Renaissance

Style over Substance. Diese drei Worte entziehen genau genommen allen nachfolgenden die Daseinsberechtigung, denn mit ihnen ist eigentlich bereits alles gesagt. Der Film präsentiert sich als düsteres Eyecandy und wandelt als solches aufgrund schneller Schnitte stellenweise an der Grenze zur Reizüberflutung. Dabei könnte er manchem gar so viele „AHs“ und „OHs“ entlocken, dass darüber inhaltliche Mängel gerne in Kauf genommen, oder aber erst gar nicht zur Kenntnis genommen werden. Denn in Sachen Story hat Renaissance wahrlich nichts Neues zu bieten. Ein bisschen Verschwörung hier, ein paar Noir-Elemente da, das ganze gespickt mit der ein oder anderen – nicht unbedingt überraschenden – Wendung. Sollte es dem Film also nicht gelingen, seine Zuschauer über die gesamte Spielzeit mit seiner schicken Optik zu fesseln, könnte es mitunter zu Längen kommen. Schade, da wäre definitiv mehr drin gewesen, so reicht es jedoch nur zu 6/10 Punkten.

The Science of Sleep (2006)

The Science of Sleep

„Als ob Amélie sich in der Augsburger Puppenkiste ausgetobt hätte.“ Dieses wunderbare Zitat bringt auf den Punkt wie es aussieht, wenn Michel Gondry zum Träumen bittet. The Science of Sleep ist wie ein wattebauschiges Knallbonbon, gefüllt mit haufenweise Pappmaschee, Glitzerpapier, Filz und Tüll, sowie jeder Menge liebevoll ausgesuchter skurriler Requisiten. Inmitten dieses farbenfrohen Allerleis ist der Protagonist Stéphane auf der Suche nach dem Weg zum Herzen seiner Nachbarin, der scheinbar nur durch seine Träume führen kann. Klingt ein wenig abstrakt und ist es auch ein stück weit, doch zugleich auch verspielt, romantisch und zauberhaft – schlichtweg toll. Den vier Frauen mittleren Alters, mit denen ich mir den Kinosaal teilte würden sicher etwas abweichende Vokabeln zur Beschreibung des Films einfallen. Zwei von ihnen verließen den Saal vorzeitig, eine andere meinte unmittelbar nach dem Schluss, dies sei der blödeste Film den sie je gesehen habe. Wohl denn, verträumte 8/10 Punkten!

Nächster in Artikel

Vorheriger in Artikel

Antworten