Superman Returns (2006)

Superman Returns

Wäre Bryan Singer doch bei den X-Men geblieben. Vielleicht hätte es dann wenigstens eine gute Comicverfilmung in diesem Jahr gegeben…

Ich gebe zu, ich mochte ihn nie sonderlich, den „Stählernen“. Ausgesandt von seinen Eltern als Heilsbringer für die Menschheit, kommt er seiner Bestimmung zwar meist gewissenhaft nach, doch ständig ist er von Selbstzweifeln geplagt, fühlt sich fremd, unzugehörig. So zieht er sich dann zwecks Krisenbewältigung in seine „Festung der Einsamkeit“ zurück (Buhu, mir kommen die Tränen) und gibt im normalen Leben den trottelig-spießigen Reporter Clark Kent. Der stärkste Mann auf Erden: domestiziert und angepasst. So ein Weichei!

Christopher Reeve verstand es seinerzeit diese Rolle ohne großartig vorhandenes Schauspieltalent hervorragend zu verkörpern. Unter diesem Aspekt betrachtet ist sein Nachfolger Brandon Routh nahezu perfekt besetzt, zumal er bereits äußerlich ein wenig an den jungen Reeve erinnert. Kevin Spacey bemüht sich redlich, erreicht aber als Bösewicht Lex Luthor nicht das Niveau eines Gene Hackman. Kate Bosworth schließlich ist in der Rolle der toughen Reporterin Lois Lane schlicht Fehl am Platz. Sie wirkt die meiste Zeit eher hilfsbedürftig und bereits fünf Minuten nach dem Film hatte ich vergessen wie sie eigentlich aussah.

Der Film an sich ist – gespickt mit zahlreichen Referenzen – leider nicht mehr als ein millionenschwerer Aufguss des Altbekannten. Soll heißen: Superman hat Probleme mit sich und Lois, Lex Luthor führt wie immer Böses im Schilde, Superman eilt zur Rettung, Luthor kontert mit Kryptonit, Supi ist angeschlagen, schafft es aber letztlich dennoch dem Fiesling das Handwerk zu legen. Am Ende des Tages kann der Mann mit dem Cape via Hitzeblick eine weitere Kerbe für die Rettung der Welt in seine Kristalle brennen und in Sachen Identitätskrise und Lois sind die Dinge vorerst auch wieder im Lot. Na denn: „Zurück an den Schreibtisch, Kent!“

Nächster in Artikel

Vorheriger in Artikel

Antworten