Review + Verlosung: Blood Into Wine

Blood Into Wine

„What kind of ‚tool‘ do you have to be to live out in the desert and make wine?“

Vorab zwei Fakten: Ich stamme ja aus einer der Weinbauregionen Deutschlands, da darf es durchaus ein wenig verwundern, dass ich mit dem edlen Rebenerzeugnis so rein gar nichts am Hut habe. Gleiches gilt auch für die Musik von Tool, deren viel gepriesene Genialität sich mir nie offenbarte. Ungeachtet dieser suboptimalen Voraussetzungen sah ich mir vor kurzem die Dokumentation „Blood Into Wine“ über Tool-Frontmann Maynard James Keenan und dessen Weingut in Arizona an.

Zunächst die offizielle Inhaltsangabe:

Maynard James Keenan, Frontmann der Bands Tool / A Perfect Circle / Puscifer, hat sich mit seinem Weingut in Arizona einen Traum erfüllt: er tauschte „Sex, Drugs & Rock n Roll“ und mehr als 30 Millionen verkaufte Platten gegen die einfache Existenz eines Winzers, der sich dieser Tage mit den extremen Klimabedingungen der Wüste und der Schädlingsbekämpfung auseinandersetzen muss.

Schräger Traum, mitten in der Wüste Arizonas Wein anbauen zu wollen, doch dass es sich dabei nicht nur um die fixe Idee eines exzentrischen Rockstars handelt, wird beim Anschauen von „Blood Into Wine“ ziemlich schnell deutlich. Dies bestätigt auch sein „Partner in Wine“ und Mentor Eric Glomski, doch dessen Lob bedürfte es gar nicht: Wenn man Keenan reden hört, merkt man ihm seine positive Besessenheit förmlich an, und zumindest ich für meinen Teil war beeindruckt, wie ernst es ihm mit seiner Leidenschaft tatsächlich zu sein scheint.

Es ist vermutlich auch ein Stück weit der so vielen Kunstschaffenden nachgesagte Drang zum Perfektionismus, welcher den 47-Jährigen zu solch akribischer Genauigkeit und stetiger Suche nach Verbesserungen antreibt. Gleichzeitig beweist er enorme Ausdauer und lässt sich selbst durch den x-ten Ungezieferbefall nicht aus der Ruhe bringen, wohlwissend, dass sein Vorhaben viele Jahre Zeit brauchen wird um zu dem zu reifen, was er sich erträumt. Eine solche Gelassenheit kann sich wohl nur dann einstellen, wenn man wahrlich seinen Traum lebt und dabei in jeder Sekunde Erfüllung erfährt.

Die Dokumentation vermittelt einerseits einen spannenden und faszinierenden Einblick in die Arbeitsweise eines Winzers unter widrigsten geographischen Voraussetzungen. Andererseits trägt sie ein wenig zur Erdung der Person Maynard James Keenan bei (im wahrsten Sinne des Wortes), fernab des unnahbaren, verschlossenen Künstlers, als den ihn die meisten kennen dürften.

Rating: ★★★★★★★☆☆☆ 

Zur Verlosung: Anlässlich der deutschen DVD-Veröffentlichung am heutigen Freitag könnt ihr bei mir drei „Blood Into Wine“ Pakete gewinnen, jeweils bestehend aus der DVD sowie einem Poster. Hierfür müsst ihr lediglich bis kommenden Freitag, den 28.10. um 20 Uhr einen Kommentar mit gültiger E-Mail-Adresse zu diesem Beitrag hinterlassen, in dem ihr mir mitteilt, mit welchem Wein ihr es euch abends nach getaner Arbeit vorm heimischen Kamin gemütlich macht. Damit wandert ihr automatisch in den Lostopf, aus welchem ich die glücklichen Gewinner in einer Woche mit Hilfe von random.org ziehen werde. Viel Glück!

UPDATE: So, wie angekündigt habe ich soeben mit etwas Verspätung die Gewinner ermittelt. Der Zufall entschied sich für die Kommentare 1, 7 und 11, womit sich Peter, Maik und fr19 über ein DVD-Paket freuen dürfen (die spannende Auslosung könnt ihr euch bei Interesse hier anschauen). Nochmals vielen Dank an alle für eure Teilnahme!

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16 Kommentare

  1. Peter 21. Oktober 2011

    Ich habe ja zu Karlsruher Zeiten auch kaum Wein getrunken, aber der Umzug nach Würzburg hat das geändert. Mittlerweile weiß ich abends ein gutes Tröpfchen zu schätzen, mein momentaner Favorit: Der Silvaner vom hiesigen Weingut Juliusspital. Und von mir aus darf dazu auch gerne mal eine Tool-Platte laufen…

  2. Alex_o_v@freenet.de 21. Oktober 2011

    Ich bin zwar erst seit kurzem ein Wein-Trinker und habe sicherlich auch noch nicht „die“ Erfahrung sammeln können bei einem breiten Sortiment-Spektrum, fühle mich aber Abends vor dem Fernseher, oder wenn der Feedreader durchgearbeitet wird, auch mit einem Moscat bzw einem trockenen Weißen, sehr wohl.
    Ich falle leider auch nicht ganz in die Zielgruppe, der Musik von Tool, aber dieser Wandel in einem Menschen interessiert mich hingegen sehr, ich würde mich also freuen, die DVD mein Eigen nennen zu dürfen 🙂
    Und das Poster sieht ziemlich schnieke aus 😀

  3. Werner 21. Oktober 2011

    Ich trinke am liebsten einen schönen schweren Merlot 🙂

  4. Claudia 22. Oktober 2011

    Bei Wein bin ich eigentlich ziemlich unkritisch – ich befolge nur eine Regel: Weißwein immer lieblich, Rotwein immer halbtrocken. Das schmeckt mir einfach am besten. Bei der Sorte bin ich nicht so wählerisch, ich kaufe immer den Wein, der gerade im Angebot ist, und das muss nicht teuer sein. Was aber in den letzten Jahren schon besser geworden ist, da achte ich mehr darauf, dass ich auch Weine kleiner Weingüter und regionaler Hersteller ausprobiere. Auch wenn ich an Festtagen gern ein Gläschen edlen Wein trinke, ist der Alltagswein, den ich abends auf der Couch genieße, eher unprätentiös, das kann ein Spätburgunder, Merlot oder Müller Thurgau aus Rheinhessen sein. Wobei, wenn ich es mir so recht überlege, bevorzuge ich tatsächlich den frischen Müller Thurgau – generell bin ich ein großer Fan deutscher Weißweine, die sind oft richtig erstklassig. Und ein guter Glühwein ist in der kalten Jahreszeit natürlich auch schön.

  5. Phillip Roth 22. Oktober 2011

    Ah, meine Passion und mein Job goes pop and mainstream. Sehr gut.
    Nach Sideways, Bottlesshock usw. kommt der Wein jetzt im Rock an.

    Bei mir darf es ein „Shorashim“ von der kleinen „Garage-Vinery“ Vitkin aus Israel, Kvar Vitkin, sein.

    Gerne denke ich mit dem Aphorismus „It needs a lot of beer to make good wine“ an die schweißtreibenden Stunden die ich dort in den Kellern und auf den Feldern verbracht habe.

    P.R.

  6. Matthias 22. Oktober 2011

    am liebsten trinke ich Frankenwein im Bocksbeutel.

  7. Maik 24. Oktober 2011

    Meistens weißen, manchmal roten. 🙂

  8. Stylons 25. Oktober 2011

    Wahre Weinkenner werden mir zustimmen, denn wenn ich Wein trinke dann: Le Filou (rot+süß).
    Flaschentext: „Ideal zum Tête à Tête oder romantischen Rendezvous – dieser Filou ist eine Sünde wert.“

    Bewährt sich aber auch, wenn man einfach nur gut einen im Tee haben will 😉

  9. jonen 26. Oktober 2011

    Schobbe Riesling-Sauer

  10. Sebi 27. Oktober 2011

    Eher so wie du kein Weintrinker. Ab und zu mal ein Sekt, aber sonst lieber Bier:)

  11. fr19 27. Oktober 2011

    Müller-Thurgau ist am besten 😉

  12. Marcel C. 27. Oktober 2011

    Am liebsten mit nem Gewürztraminer Spätlese aus der Südfpalz.

  13. Ralf 28. Oktober 2011

    …ich bevorzuge ja auch eher Bier …aber wenn Wein dann ein roter …mit nem italienischen Chianti Classico kann man meiner Meinung nach wenig falsch machen.

    Und diese Glühweingepansche das jetzt bald wieder in rauhen Mengen gesoffen wird geht gar nicht an mich brrrrrrr

  14. Gonzalez 28. Oktober 2011

    2011er Cerveza Allemagne.
    Den 2007er Nagual del Judith würde ich aber sehr gerne mal probieren.

  15. Martin 28. Oktober 2011

    Unterschiedlich…je nachdem was es zu Essen gab, Spätburgunder oder Müller Thurgau hauptsache aus Rheinhessen 🙂

    • Matze 28. Oktober 2011 — Autor der Seiten

      Allen schon mal vielen Dank für die Teilnahme und eure Weinpfehlungen. Vielleicht werde ich ja den ein oder anderen ja doch mal versuchen 🙂

      Die Auslosung erfolgt mangels Zeit leider erst morgen Nachmittag…

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